Eine Aufnahme im Tonstudio ist nach wie vor das Ziel vieler Bands, die mit Homerecording wenig Erfahrung haben oder sich nicht damit befassen möchten. Eine Studioaufnahme ist eine Abfolge aus vielen kleinen und großen, ineinander-greifenden Arbeitsschritten, die alle zum gewünschten Endergebnis beitragen. Wie aber ist der genaue Ablauf einer Aufnahme im Tonstudio und was wird dabei genau gemacht?

Einer Aufnahme im Tonstudio geht meist eine sorgfältige ausgeführte Vorproduktion vorraus. Der Aufnahmeprozess ist dann der erste Schritt, um deine Musik auf CD/Spotify/iTunes zu bringen. Dabei geht es primär darum, den grundlegenden Sound deiner Aufnahme zu definieren und das Gefühl der Musik bestmöglich einzufangen.

Als Instrumentalist ist es wichtig gut vorbereitet zu den Aufnahmesessions zu kommen. Bringe neue Gitarren- oder Basssaiten mit, packe deine Lieblingseffektgeräte, Drum-Sticks, Kick-Pedale, Synthesizer und alle anderen Tools ein, die dir helfen dich beim Spielen wohl zu fühlen und die deinen Sound definieren. Versichere dich auch, dass du alle deine Song-Teile sorgfältig geübt hast, um eine mittelmäßige Performance und Frustration zu vermeiden. In jedem größeren Studio sind erfahrene Tontechniker, die dich dabei unterstützen, dass du dich als Musiker vollständig aufs Spielen konzentrieren kannst.

Der typische Ablauf einer Aufnahme beginnt mit der Auswahl eines geeigneten Instrumentes. Beim Schlagzeug zum Beispiel, gibt es viele Parameter, die den Sound des Instrumentes beeinflussen. Angefangen beim Holz der Kessel, über die Spannreifen bis hin zu den Fellen oder dem Snareteppich – alle Elemente wollen mit Sorgfalt behandelt werden. Ähnlich ist es bei Gitarre, Bass, usw.

Der nächste Schritt ist die Auswahl eines geeigneten Mikrofons. Da fast alle Mikrofone einen eigenen Frequenzverlauf haben, der bestimmte Frequenzen hervorhebt und andere absenkt, kann mit dem passenden Mikrofon der Grundklang, z.B einer Kickdrum, in eine gewünschte Richtung gelenkt werden.

Jedes Mikrofon braucht auch einen Mikrofonvorverstärker, auch Mikrofon-Preamp genannt. Dieser bringt das aufgenommene Signal auf einen Pegel, der einen ausreichenden Signal-Rausch-Abstand hat und vom letzten Glied der Kette, dem Analog/Digital-Wandler, gut verarbeitet werden kann. Der Mikrofon-Preamp kann dem Signal auch noch eine gewisse Färbung verleihen. Als weiterer Schritt kann das Signal nach dem Vorverstärker auch noch mit zusätzlichen Signal-Prozessoren wie Equalizern oder Kompressoren bearbeitet werden, bevor es analog-digital gewandelt und in die DAW geschickt wird.

Jeder dieser Schritte hat einen gewissen Anteil am aufgenommenen Gesamtklang, wobei das Instrument und der Musiker sicher den größten und der Wandler den geringsten Einfluss auf den Sound haben. Abgesehen von der technischen Seite gibt es jetzt noch zwei typische Szenarios, wie eine Aufnahme ablaufen kann.

Szenario eins ist die Layering-Methode. Sie ist heutzutage sicher die am häufigsten verwendete Methode. Dabei werden alle Instrumente nacheinander aufgenommen– also in Layern. Bei einer typischen Rockband wird z.B. mit dem Schlagzeug begonnen, dann kommt der Bass, die Gitarren und zum Schluss die Stimme. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass so lange an einzelnen Instrumenten gearbeitet werden kann, bis diese den Ansprüchen des Musikers und des Produzenten genügen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die einzelnen Instrumente leichter editiert und bearbeitet werden können, da es kein Übersprechen zwischen den Mikrofonen der einzelnen Instrumente gibt.

Szenario zwei ist das sogenannte Band-Recording: Wie der Name schon vermuten lässt, geht es darum eine Band aufzunehmen. In diesem Fall werden aber alle Instrumente gleichzeitig aufgenommen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Musiker gemeinsam in einem Raum stehen und miteinander interagieren und aufeinander reagieren können. Diese Methode erfordert von den Musikern ein hohes Maß an musikalischen Fertigkeiten und sie sollten als Band gut aufeinander eingespielt sein.

Wenn du mehr Fragen zum Thema Recording hast, kannst du gerne in meinen Homerecording Beiträgen nach Antworten stöbern oder mein gratis E-Book „5 Tipps für einen erfolgreichen Start ins Homerecording“ herunterladen.

Beitragsbild: Mike Pfaffenhuemer