Heutzutage werden Mischungen auf Kopfhörern gemacht, Musik wird über Handylautsprecher konsumiert zugleich aber auch über High-End Audio-Equipment abgespielt und es gibt eine Menge, dem Laien unbekannte, Audioformate – die Welt der Musik ist in den letzten Jahrzehnten komplexer geworden. Modernes Mastering hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Anforderungen gerecht zu werden und auf die flexiblen Wünsche der Musiker und der Industrie einzugehen. Was aber ist Mastering und brauchen moderne Tonaufnahmen das überhaupt noch?

Der Werdegang einer Tonaufnahme beginnt bei der Vorproduktion und führt über die Aufnahme, das Editieren und das Mischen hin zum finalen Produktionsprozess, dem Mastering. Das Mastering kann in zwei Schritte unterteilt werden. Erstens, die Finalisierung des Audiomaterials und zweitens, das Erstellen des DDP oder CD-Masters und, in weiterer Folge, das Bereitstellen der Daten in den vom Kunden gewünschten Audioformaten (wav, mp3,…).

Das Hauptaugenmerk liegt bei der Finalisierung darauf, kleine Fehler auszubessern und die aufgenommenen Songs zu einem hörbaren Album zusammenzufassen. In diesem Schritt wird meist mit EQKompressionLimiting und eventuell etwas Reverb der Sound zwischen den verschiedenen Songs angeglichen und auf eine konkurrenzfähige Lautstärke gebracht. Man kann es auch mit dem Korrekturlesen eines Buches vergleichen: Der Inhalt wird nicht mehr verändert, aber kleine Flüchtigkeitsfehler, die nach stundenlangem Mischen überhört worden sind, werden korrigiert. Ein Masteringtechniker ist auch dafür verantwortlich, dass die Songs oder das Album auf einer Vielzahl von Wiedergabesystemen wie Autoradios, Kopfhörern oder Küchenradios gut klingen.

Beim sogenannten PQ-Editing und dem Erstellen des finalen Masters wird in die Tiefen der CD-Struktur eingegriffen. Das beinhaltet Arbeiten wie das Einfügen von Pausen (Länge der Stille zwischen zwei Tracks), Indizes (Sprungmarken innerhalb eines Tracks) oder ISRC-Codes (Informationen über den Eigentümer/Copyrightinhaber). PQ-Editing bezieht sich aber wiederum hauptsächlich auf die Erstellung einer Compact Disc (CD) und ist beim Mastering für einen rein digitalen Vertrieb (Applemusic, Spotify,…) nur mehr zum Teil relevant. Beim Mastering für Vinyl, das ja schön langsam wieder in Mode kommt, sieht die Sache anders aus. Wenn du vorhast deine Aufnahme auf Vinyl zu veröffentlichen, kontaktiere am besten ein Mastering-Studio, das darauf spezialisiert ist und lass dich über die Produktionsvorgänge aufklären.

Der Nutzen von Mastering steht für mich außer Frage, aber ob du deine Musik selber masterst, ein Tool wie LANDR benutzt oder einen Masteringtechniker beauftragst, hängt ganz alleine von dir und deinem Budget ab. Wenn du unschlüssig bist, kontaktiere einfach verschiedene Mastering-Studios und bitte um einen Testmaster für einen Song. Das sollte bei den meisten Studios ohne Probleme möglich sein.

Obwohl du das Mastering deiner Aufnahme wie gesagt auch selbst erledigen kannst, ist es meist eine gute Idee jemanden der Erfahrung, das passende Equipment und frische Ohren hat, den letzten Feinschliff machen zu lassen.

Wenn du mehr Fragen zum Thema Recording hast, kannst du gerne in meinen Homerecording Beiträgen nach Antworten stöbern oder mein gratis E-Book „5 Tipps für einen erfolgreichen Start ins Homerecording“ herunterladen.

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